Warum es diesen Kongress gibt
Eine Frau kam zu mir, weil sie etwas gegen ihre Prüfungsangst tun wollte. Während der Sitzung, in Hypnose, kam etwas ganz anderes hoch: dass sie nie ihr eigenes Leben gelebt hatte, sondern das ihres Vaters. Sie hätte Musikerin werden können. Sie war Ende sechzig.
Was mich seitdem nicht loslässt, ist nicht, was ihr fehlte. Sondern wie viele Menschen es nie merken. Oder erst dann.
Ich bin Sozialpädagogin und begleite seit über zwanzig Jahren Menschen: erst in einem Wohnheim für Kinder mit Behinderung, viele aus traumatisierten Verhältnissen, dann in der gesetzlichen Betreuung, heute in meiner Praxis mit Coaching, Hypnose und wingwave®. Und ich sehe immer wieder dasselbe. Menschen, die stark sind. Diszipliniert. Die viel schaffen wollen — und verzweifeln, wenn es wieder nicht klappt.
Was mich wütend macht, sind die Sätze, die sie dann hören: „Reiß Dich zusammen.“ „Du musst Dich durchbeißen.“ „Du musst positiver sein.“ „Du musst Dich anstrengen und stark sein.“
Nichts davon stimmt. Niemand reißt sich mehr zusammen als ein Mensch, der eine Sucht überwinden will. Und niemand nimmt sich mehr vor als der, der zehn Kilo abnimmt und fünfzehn wieder zunimmt. Über ein Leben summiert sich das auf hundertfünfzig Kilo — und jedes einzelne davon wurde mit eisernem Willen abgenommen. Es liegt nicht an der Disziplin. Es liegt an Mustern, die tiefer sitzen als jeder Vorsatz.
Und diese Muster sind selten nur unsere eigenen. Die Frau, von der ich erzählt habe, lebte das Leben ihres Vaters. Andere sitzen vor mir und fragen: Warum habe ich schon wieder einen Partner, der trinkt — wie meine Großmutter? Warum sage ich Ja, obwohl ich Nein meine? Warum zeige ich meinem Kind genau das Gesicht, das ich ihm nie zeigen wollte? Sie wissen es alle besser. Es läuft trotzdem. Und irgendwann kommt der Gedanke: Dann stimmt wohl etwas mit mir nicht.
Nein. Es ist nichts an Dir falsch. Kein Mensch kommt schlecht auf die Welt. Hinter jedem Verhalten steckt ein guter Grund — auch hinter dem des Menschen, mit dem Du gerade streitest.
Aber ein Muster, das niemand anschaut, sucht sich die Nächsten. Deshalb dieser Kongress. Zehn Tage lang zeigen über 30 Menschen, wie man etwas sieht, das vorher im Dunkeln lag. Und jedes Gespräch endet mit einer Sache, die Du wirklich ausprobieren kannst.
Damit Deine Kinder ohne das aufwachsen dürfen, was Du selbst mitbekommen hast. Und damit am Ende nicht der Satz steht, der diesem Kongress seinen Namen gegeben hat.
Iris Pointinger
Iris Pointinger
Hypno- und Wingwave®-Coachin im Bayerischen Wald • Vom Müssen zum Dürfen
Veranstalterin des Online-Kongresses „Hätt ich doch mal.“ • 09.–18.11.2026
E-Mail: iris@coaching-iris.de